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Zukunftsvisionen zur Mobilität 2030: Elektrisch, vernetzt und grün

Elektrofahrzeuge, Vernetzung oder Feinstaubalarm stehen beispielhaft für eine Mobilitätwelt, die sich im Umbruch befindet. Autos die selbständig fahren und per Smart Technologie miteinander kommunizieren – sieht so die Zukunft aus? Und werden die Menschen überhaupt ihr Fahrzeug noch selbst parken, oder übernehmen das intelligente Sensoren? Mit diesen Fragen haben sich zuletzt diverse Studien befasst.


Müssen wir bald das Steuer aus der Hand geben?

Bereits seit vielen Jahren fragen sich Konsumenten und Automobilindustrie, ob der automatische Fahrpilot nicht auch für das eigene Gefährt eine interessante und praktikable Lösung ist. Obwohl die Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge rasant voran geht, stehen nicht wenige Verkehrsteilnehmer dieser Entwicklung noch eher skeptisch gegenüber. Allerdings steht fest: In den kommenden Jahren werden selbststeuernde Autos unser Fahrgefühl revolutionieren und die Straße als sozialen Raum grundlegend verändern – unklar ist nur in welchem Ausmaß und wann dies der Fall sein wird. Die aktuelle ThinkGoodMobility-Studie „Autonomous Vehicles – Negotiating a Place on the Road“ des Reifenherstellers Goodyear und der London School of Economics (LSE) befasst sich mit der Frage, wie die Menschen die Interaktion mit selbststeuernden Autos einschätzen und welche Faktoren sich positiv auf die Akzeptanz niederschlagen. Wie offen steht der Mensch autonomen Fahrzeugen und den damit einhergehenden Technologien gegenüber und inwiefern wird sein negatives sowie positives Wohlbefinden auf der Straße beeinflusst? Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Menschen dem Thema eher zurückhaltend gegenüberstehen, zugleich aber auch, dass die neuen Technologien dann auf Zuspruch stoßen, wenn aus diesen ein zusätzlicher Nutzen hervorgeht. Ein Teilnehmer konnte sich etwa vorstellen, das Fahrzeug mit dem Einkaufszettel zum Bäcker zu schicken. Doch die Kontrolle über das eigene Auto möchten 79 Prozent der Befragten nicht abgeben. Bei Bedarf, sollte das Auto zudem mit anderen Autos kommunizieren können, so 72 Prozent der Teilnehmer. 57 Prozent sind der Ansicht, dass es dem Fahrzeug am erforderlichen Menschenverstand fehlen würde, um tatsächlich mit dem Autofahrer interagieren zu können. Grundsätzlich nicht missen möchten die Befragten hierbei das Lenkrad (75 Prozent), fortschrittliche Sicherheitstechnologien zum Schutze von Passanten (66 Prozent) sowie smarte Reifen (58 Prozent).


Infrastrukturgrenzen verschwimmen zunehmend

Mit ihrer Grundlagenstudie „Die neue Verkehrswelt“ befasste sich das Technologieprogramm IKT für Elektromobilität im Rahmen eines Förderprogrammes der Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit den Anforderungen der vernetzten Mobilität von morgen an Fahrzeugen, Verkehrs- und Mobilfunkinfrastruktur. Nie wieder Stau, nie wieder ein Unfall – nach der Studie könnte dies bereits bis 2025 die Realität sein. Dabei dürften neue Kommunikation- sowie Informationstechnologien unsere bisherige Verkehrsinfrastruktur vollständig umkrempeln. So sollen die künftigen Autos über präzise digitale Karten mit dynamischen Umfeldinformationen sowie hochgenaue Ortung verfügen. Gleichzeitig sollen durch die intelligente Vernetzung von Daten-Clouds, Infrastrukturen sowie Fahrzeugen der Komfort, die Nachhaltigkeit sowie die Sicherheit im Verkehr signifikant verbessert werden. Automobilhersteller müssen sich zusehends auch als IT-Technologiekonzerne verstehen. Unterschiedliche Verkehrsanbieter und -träger werden durch inter- und multimodale Plattformen verbunden sein, weshalb „Mobility as a Service“ weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Autos werden miteinander kommunizieren, aber auch mit Infrastrukturelementen wie Verkehrserfassungssystemen sowie Ampeln. Schon bald werden „Smart-Traffic-Anwendungen“ dabei helfen, Fahrzeuginsassen effizienter zu schützen und Gefahren besser zu bewältigen. Roboterautos ersetzen den Fahrer, der sich derweil mit Videos, Spielen, Infotainment und Büroanwendungen frönt. Angesicht des hohen Vernetzungsgrades wird allerdings die Angst vor dem gläsernen Fahrer nicht nur eine Randerscheinung sein.


Die Zukunft hat bereits begonnen

Dass das Zeitalter von Vernetzung und autonomes Fahren bereits Einzug erhalten hat, beweisen diverse Testpiloten auf Veranlassung von Länder, Städte und Kommunen. In diesem Jahr soll etwa die Stadt Karlsruhe untersuchen, inwiefern sich technologische Entwicklungen rund um das autonome Parken und Fahren umsetzen lassen. Könnte die Zukunft etwa so aussehen, dass der Fahrer aus dem Auto aussteigt und das Gefährt per Radsensoren selbständig zum Parkplatz geleitet wird? Die Städte Karlsruhe, Heilbronn und Bruchsal sowie das Fraunhofer-Institut, die Hochschule Karlsruhe sowie das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) sollen die neuartigen Dienstleistungen und Technologien für automatisiertes sowie vernetztes Fahren erproben, etwa in Form führerloser Müllwagen sowie selbstdenkender Ampelanlagen. Geleitet wird das Projekt vom FZI (Karlsruher Forschungszentrum Informatik). Bereits auf dem Testfeld unterwegs war „Olli“, ein autonom fahrender und batteriegetriebener Elektro-Mini-Omnibus, der überwiegend im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde. Dieser aktuelle Prototyp bietet bis zu acht Personen Platz und kann technisch gesehen bis zu 50 km/h erreichen. Noch ist der Omnibus zwar nicht auf öffentlichen Straßen zugelassen, dennoch konnte dessen Vorstellung bereits einen Vorgeschmack auf die künftige Mobilitätswelt geben.

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