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Wie elektrisch wird das Auto in 2017?

Wenn es um das Thema Mobilität geht, heißt das Schlagwort der Stunde bereits seit einiger Zeit: elektrisch. Das gilt vor allem für Pkw, aber auch für alle anderen Fahrzeuge von Lkw und Bussen über Motorräder und Roller bis hin zu Pedelecs. Fast jeder Hersteller, auch die von exklusiven und teuren Sportwagen, haben mittlerweile mindestens ein Modell im Sortiment.


Der Trend wird sich in 2017 fortsetzen

Der Trend ist nicht mehr aufzuhalten oder gar zurückzudrehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass erste Länder auf ihre Agenda geschrieben haben, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in gar nicht so ferner Zukunft von ihren Straßen zu verbannen. In Europa sind dies bisher die Niederlande und Norwegen. Sicher, die Zahl der zugelassenen Pkw ist dort nicht mit beispielsweise Deutschland zu vergleichen, trotzdem kann die beiden Staaten als Vorreiter ansehen, die einen Stein ins Rollen gebracht haben. Allerdings hat auch Indien, wo immerhin rund 1,3 Milliarden Menschen leben, sich ein klares Ziel gesetzt: Bereits im Jahr 2030 sollen dort nur noch Autos fahren, die elektrisch betrieben werden.


Top-Thema Elektromobilität

Elektromobilität ist auf den Automessen der jüngsten Vergangenheit eines der Top-Themen neben Digitalisierung, Vernetzung und autonomem Fahren. Da nimmt sich die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland, gelinde gesagt, recht mickrig aus. In 2016 waren es gerade einmal 25.000 Fahrzeuge, die als Plug-in-Hybride oder rein elektrisch betrieben hinzukamen. Deshalb stehen große Fragen im Raum wie: Was machen, was liefern die deutschen Autohersteller? Wie reagiert der deutsche Verbraucher?


Quo vadis, Deutschland?

Interessante Zahlen liefert eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut YouGov, für die 60.000 deutsche Autofahrer über den Jahresverlauf kontinuierlich und noch einmal 3.000 einmalig befragt wurden. Danach sehen 64 % der Teilnehmer Elektroautos als Fortbewegungsmittel der Zukunft. 53 % können sich vorstellen, in den nächsten vier Jahren ein Auto zu kaufen, dass elektrisch betieben wird. Vorteile werden deutlich wahrgenommen und als Grund für eine mögliche Anschaffung genannt: Umweltfreundlichkeit (90 %), Lärmreduzierung (82 %), Steuervorteile (81 %) sowie niedrigere Verbrauchskosten (75 %).

Dem gegenüber stehen derzeit jedoch auch zahlreiche Hindernisse. Als größte Probleme sehen die Befragten den noch hohen Anschaffungspreis (89 %), die niedrige Reichweite (88 %) und damit verbunden die ungenügende Infrastruktur an Ladestationen (85 %) sowie die lange Ladedauer (76 %).

Für Autobauer wird es in 2017 und in den nächsten Jahren von elementarer Bedeutung sein, die Leistungsmerkmale von Elektrofahrzeugen den Autos mit Verbrennungsmotoren anzugleichen. Die Experten von CAM kommen zu dem Schluss, dass E-Autos nicht aus ihrer Nische kommen, solange sie beim Verbraucher mit Verzicht wahrgenommen werden.

Für die Verbesserung der Ladeinfrastruktur hat die Bundesregierung mit einem Beschluss vom Mai 2016 einen wichtigen Schritt vollzogen. Durch Kaufprämien und Steuervorteile soll eine flächendeckende Versorgung mit 15.000 Ladesäulen bundesweit geschaffen werden. Bisher sind es gerade mal rund 5.500. Dafür stellt der Bund bis zum Jahr 2020 300 Millionen Euro bereit. Der Startschuss fällt 2017.


Neue und überarbeitete Modelle in 2017

Auf dem Genfer Autosalon, der jährlich ersten großen Branchenmesse in Europa, zeigen die Hersteller, welche neuen und überarbeiteten Modelle in diesem Jahr mit E- bzw. Hybridantrieb auf den Markt kommen werden. Mit von der Partie sind – um nur einige Beispiele zu nennen: der Opel Ampera-e (Reichweite laut Hersteller 520 km), der E-Smart, BMW i3, VW e-Golf, Renault Zoe, und Nissan Leaf. Etwas exotischer mutet der Scalo Superelletra von Artega aus Paderborn an. Die Studie hat vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 1200 PS und soll in zwei Jahren in Serie gehen.

Bei den Plug-in-Hybriden gibt es unter anderem einen überarbeiteten Toyota Prius und die dreirädrige Konzeptstudie i-Tril zu sehen, außerdem den Hyundai Ioniq, den Mini Countraman, das Schlachtschiff VW Touareg, den Audi Q7 oder den Porsche Cayenne.

Zentrale Themen werden 2017 bei den Herstellern sein, die Reichweite ihrer elektrisch betriebenen Fahrzeuge zu erweitern – der Richtwert liegt bei 500 Kilometern – und die Ladezeit zu verkürzen. Mit Blick auf den Genfer Salon muss aber – leider – gesagt werden, dass Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben noch immer überwiegen. Ob der Trend zur Elektromobilität in diesem Jahr einen wesentlichen Zuwachs erfährt, muss sich zeigen.

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