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Mittwoch, 8. November 2017 / e2work


600 Ladepunkte für Hannover

 

Enercity plant, die bundesweit dichteste Ladeinfrastruktur in der Stadt Hannover auszubauen. Bis zum Jahr 2020 sollen 300 Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten für E-Fahrzeuge installiert werden. An diesen Ladesäulen können die Kunden zukünftig auch mittels Smartphone-App oder EC-Karte bezahlen.
Möglich wird dieser Ausbau durch eine Investitionssumme von mehr als 10 Millionen Euro, von denen 75 Prozent aus dem Klimaschutzfonds proKlima stammen. Während in den Großstädten Berlin und Hamburg derzeit nur 2 Ladepunkte pro 10.000 Einwohner existieren, sieht das Ausbauprogramm in Hannover eine Dichte von 9-10 Ladepunkten pro 10.000 Einwohner vor. Bereits für das Jahr 2018 sind 280 neue Ladepunkte geplant, die überwiegend im halböffentlichen Bereich installiert werden sollen. In diesen halböffentlichen Bereich fallen sowohl die Parkplätze von Supermärkten und Hotels als auch Parkhäuser, in denen eine Verweilzeit von Fahrzeugen vorgesehen ist. An dem Ausbauprogramm von Enercity können sich alle Unternehmen beteiligen, die über öffentlich zugängliche Parkplätze verfügen.
Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok sieht den Ausbau der Ladeinfrastruktur als essentiellen Schritt, um den Mobilitätswandel in der Stadt Hannover voranzutreiben. Unter der Annahme, dass der Anstieg der Zulassungszahlen von E-Fahrzeugen in den kommenden Jahren anhalten wird, kann bis zum Jahr 2020 von 5.400 E-Fahrzeugen in der Region Hannover ausgegangen werden. Laut Stefan Schostok wird es in naher Zukunft Ausschreibungen für Ladesäulen geben, die für den öffentlichen Raum, wie z. B. Wohnviertel mit hoher Bevölkerungsdichte, vorgesehen sind.

 

Donnerstag, 16. März 2017 / e2work


Wie elektrisch wird das Auto in 2017?

Wenn es um das Thema Mobilität geht, heißt das Schlagwort der Stunde bereits seit einiger Zeit: elektrisch. Das gilt vor allem für Pkw, aber auch für alle anderen Fahrzeuge von Lkw und Bussen über Motorräder und Roller bis hin zu Pedelecs. Fast jeder Hersteller, auch die von exklusiven und teuren Sportwagen, haben mittlerweile mindestens ein Modell im Sortiment.


Der Trend wird sich in 2017 fortsetzen

Der Trend ist nicht mehr aufzuhalten oder gar zurückzudrehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass erste Länder auf ihre Agenda geschrieben haben, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in gar nicht so ferner Zukunft von ihren Straßen zu verbannen. In Europa sind dies bisher die Niederlande und Norwegen. Sicher, die Zahl der zugelassenen Pkw ist dort nicht mit beispielsweise Deutschland zu vergleichen, trotzdem kann die beiden Staaten als Vorreiter ansehen, die einen Stein ins Rollen gebracht haben. Allerdings hat auch Indien, wo immerhin rund 1,3 Milliarden Menschen leben, sich ein klares Ziel gesetzt: Bereits im Jahr 2030 sollen dort nur noch Autos fahren, die elektrisch betrieben werden.


Top-Thema Elektromobilität

Elektromobilität ist auf den Automessen der jüngsten Vergangenheit eines der Top-Themen neben Digitalisierung, Vernetzung und autonomem Fahren. Da nimmt sich die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland, gelinde gesagt, recht mickrig aus. In 2016 waren es gerade einmal 25.000 Fahrzeuge, die als Plug-in-Hybride oder rein elektrisch betrieben hinzukamen. Deshalb stehen große Fragen im Raum wie: Was machen, was liefern die deutschen Autohersteller? Wie reagiert der deutsche Verbraucher?


Quo vadis, Deutschland?

Interessante Zahlen liefert eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut YouGov, für die 60.000 deutsche Autofahrer über den Jahresverlauf kontinuierlich und noch einmal 3.000 einmalig befragt wurden. Danach sehen 64 % der Teilnehmer Elektroautos als Fortbewegungsmittel der Zukunft. 53 % können sich vorstellen, in den nächsten vier Jahren ein Auto zu kaufen, dass elektrisch betieben wird. Vorteile werden deutlich wahrgenommen und als Grund für eine mögliche Anschaffung genannt: Umweltfreundlichkeit (90 %), Lärmreduzierung (82 %), Steuervorteile (81 %) sowie niedrigere Verbrauchskosten (75 %).

Dem gegenüber stehen derzeit jedoch auch zahlreiche Hindernisse. Als größte Probleme sehen die Befragten den noch hohen Anschaffungspreis (89 %), die niedrige Reichweite (88 %) und damit verbunden die ungenügende Infrastruktur an Ladestationen (85 %) sowie die lange Ladedauer (76 %).

Für Autobauer wird es in 2017 und in den nächsten Jahren von elementarer Bedeutung sein, die Leistungsmerkmale von Elektrofahrzeugen den Autos mit Verbrennungsmotoren anzugleichen. Die Experten von CAM kommen zu dem Schluss, dass E-Autos nicht aus ihrer Nische kommen, solange sie beim Verbraucher mit Verzicht wahrgenommen werden.

Für die Verbesserung der Ladeinfrastruktur hat die Bundesregierung mit einem Beschluss vom Mai 2016 einen wichtigen Schritt vollzogen. Durch Kaufprämien und Steuervorteile soll eine flächendeckende Versorgung mit 15.000 Ladesäulen bundesweit geschaffen werden. Bisher sind es gerade mal rund 5.500. Dafür stellt der Bund bis zum Jahr 2020 300 Millionen Euro bereit. Der Startschuss fällt 2017.


Neue und überarbeitete Modelle in 2017

Auf dem Genfer Autosalon, der jährlich ersten großen Branchenmesse in Europa, zeigen die Hersteller, welche neuen und überarbeiteten Modelle in diesem Jahr mit E- bzw. Hybridantrieb auf den Markt kommen werden. Mit von der Partie sind – um nur einige Beispiele zu nennen: der Opel Ampera-e (Reichweite laut Hersteller 520 km), der E-Smart, BMW i3, VW e-Golf, Renault Zoe, und Nissan Leaf. Etwas exotischer mutet der Scalo Superelletra von Artega aus Paderborn an. Die Studie hat vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 1200 PS und soll in zwei Jahren in Serie gehen.

Bei den Plug-in-Hybriden gibt es unter anderem einen überarbeiteten Toyota Prius und die dreirädrige Konzeptstudie i-Tril zu sehen, außerdem den Hyundai Ioniq, den Mini Countraman, das Schlachtschiff VW Touareg, den Audi Q7 oder den Porsche Cayenne.

Zentrale Themen werden 2017 bei den Herstellern sein, die Reichweite ihrer elektrisch betriebenen Fahrzeuge zu erweitern – der Richtwert liegt bei 500 Kilometern – und die Ladezeit zu verkürzen. Mit Blick auf den Genfer Salon muss aber – leider – gesagt werden, dass Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben noch immer überwiegen. Ob der Trend zur Elektromobilität in diesem Jahr einen wesentlichen Zuwachs erfährt, muss sich zeigen.

Mittwoch, 15. März 2017 / e2work


Zukunftsvisionen zur Mobilität 2030:
Elektrisch, vernetzt und grün

Elektrofahrzeuge, Vernetzung oder Feinstaubalarm stehen beispielhaft für eine Mobilitätwelt, die sich im Umbruch befindet. Autos die selbständig fahren und per Smart Technologie miteinander kommunizieren – sieht so die Zukunft aus? Und werden die Menschen überhaupt ihr Fahrzeug noch selbst parken, oder übernehmen das intelligente Sensoren? Mit diesen Fragen haben sich zuletzt diverse Studien befasst.


Müssen wir bald das Steuer aus der Hand geben?

Bereits seit vielen Jahren fragen sich Konsumenten und Automobilindustrie, ob der automatische Fahrpilot nicht auch für das eigene Gefährt eine interessante und praktikable Lösung ist. Obwohl die Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge rasant voran geht, stehen nicht wenige Verkehrsteilnehmer dieser Entwicklung noch eher skeptisch gegenüber. Allerdings steht fest: In den kommenden Jahren werden selbststeuernde Autos unser Fahrgefühl revolutionieren und die Straße als sozialen Raum grundlegend verändern – unklar ist nur in welchem Ausmaß und wann dies der Fall sein wird. Die aktuelle ThinkGoodMobility-Studie „Autonomous Vehicles – Negotiating a Place on the Road“ des Reifenherstellers Goodyear und der London School of Economics (LSE) befasst sich mit der Frage, wie die Menschen die Interaktion mit selbststeuernden Autos einschätzen und welche Faktoren sich positiv auf die Akzeptanz niederschlagen. Wie offen steht der Mensch autonomen Fahrzeugen und den damit einhergehenden Technologien gegenüber und inwiefern wird sein negatives sowie positives Wohlbefinden auf der Straße beeinflusst? Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Menschen dem Thema eher zurückhaltend gegenüberstehen, zugleich aber auch, dass die neuen Technologien dann auf Zuspruch stoßen, wenn aus diesen ein zusätzlicher Nutzen hervorgeht. Ein Teilnehmer konnte sich etwa vorstellen, das Fahrzeug mit dem Einkaufszettel zum Bäcker zu schicken. Doch die Kontrolle über das eigene Auto möchten 79 Prozent der Befragten nicht abgeben. Bei Bedarf, sollte das Auto zudem mit anderen Autos kommunizieren können, so 72 Prozent der Teilnehmer. 57 Prozent sind der Ansicht, dass es dem Fahrzeug am erforderlichen Menschenverstand fehlen würde, um tatsächlich mit dem Autofahrer interagieren zu können. Grundsätzlich nicht missen möchten die Befragten hierbei das Lenkrad (75 Prozent), fortschrittliche Sicherheitstechnologien zum Schutze von Passanten (66 Prozent) sowie smarte Reifen (58 Prozent).


Infrastrukturgrenzen verschwimmen zunehmend

Mit ihrer Grundlagenstudie „Die neue Verkehrswelt“ befasste sich das Technologieprogramm IKT für Elektromobilität im Rahmen eines Förderprogrammes der Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit den Anforderungen der vernetzten Mobilität von morgen an Fahrzeugen, Verkehrs- und Mobilfunkinfrastruktur. Nie wieder Stau, nie wieder ein Unfall – nach der Studie könnte dies bereits bis 2025 die Realität sein. Dabei dürften neue Kommunikation- sowie Informationstechnologien unsere bisherige Verkehrsinfrastruktur vollständig umkrempeln. So sollen die künftigen Autos über präzise digitale Karten mit dynamischen Umfeldinformationen sowie hochgenaue Ortung verfügen. Gleichzeitig sollen durch die intelligente Vernetzung von Daten-Clouds, Infrastrukturen sowie Fahrzeugen der Komfort, die Nachhaltigkeit sowie die Sicherheit im Verkehr signifikant verbessert werden. Automobilhersteller müssen sich zusehends auch als IT-Technologiekonzerne verstehen. Unterschiedliche Verkehrsanbieter und -träger werden durch inter- und multimodale Plattformen verbunden sein, weshalb „Mobility as a Service“ weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Autos werden miteinander kommunizieren, aber auch mit Infrastrukturelementen wie Verkehrserfassungssystemen sowie Ampeln. Schon bald werden „Smart-Traffic-Anwendungen“ dabei helfen, Fahrzeuginsassen effizienter zu schützen und Gefahren besser zu bewältigen. Roboterautos ersetzen den Fahrer, der sich derweil mit Videos, Spielen, Infotainment und Büroanwendungen frönt. Angesicht des hohen Vernetzungsgrades wird allerdings die Angst vor dem gläsernen Fahrer nicht nur eine Randerscheinung sein.


Die Zukunft hat bereits begonnen

Dass das Zeitalter von Vernetzung und autonomes Fahren bereits Einzug erhalten hat, beweisen diverse Testpiloten auf Veranlassung von Länder, Städte und Kommunen. In diesem Jahr soll etwa die Stadt Karlsruhe untersuchen, inwiefern sich technologische Entwicklungen rund um das autonome Parken und Fahren umsetzen lassen. Könnte die Zukunft etwa so aussehen, dass der Fahrer aus dem Auto aussteigt und das Gefährt per Radsensoren selbständig zum Parkplatz geleitet wird? Die Städte Karlsruhe, Heilbronn und Bruchsal sowie das Fraunhofer-Institut, die Hochschule Karlsruhe sowie das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) sollen die neuartigen Dienstleistungen und Technologien für automatisiertes sowie vernetztes Fahren erproben, etwa in Form führerloser Müllwagen sowie selbstdenkender Ampelanlagen. Geleitet wird das Projekt vom FZI (Karlsruher Forschungszentrum Informatik). Bereits auf dem Testfeld unterwegs war „Olli“, ein autonom fahrender und batteriegetriebener Elektro-Mini-Omnibus, der überwiegend im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde. Dieser aktuelle Prototyp bietet bis zu acht Personen Platz und kann technisch gesehen bis zu 50 km/h erreichen. Noch ist der Omnibus zwar nicht auf öffentlichen Straßen zugelassen, dennoch konnte dessen Vorstellung bereits einen Vorgeschmack auf die künftige Mobilitätswelt geben.